Trinkwasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Es wird von den kommunalen Wasserversorgern bis zu den Hausübergabestellen mit sehr hoher Qualität zur Verfügung gestellt. Die regelmäßige Analyse der Parameter wird umfangreich dokumentiert und deren Ergebnisse sind für Bürger:innen frei zugänglich.
Zwischen der Hausübergabestation und dem Wasserhahn können sich einige Parameter des Trinkwassers durch Wechselwirkungen mit Leitungen und Armaturen verändern. Das tatsächliche Ausmaß der möglichen Veränderungen ist bislang weder der Wissenschaft noch den Bürger:innen bekannt. Wissenschaftler:innen allein fehlt beispielsweise der Zugang zu den Trinkwasser-Proben, Bürger:innen allein gegebenenfalls der Zugang zur Messmethodik. Ziel des bürgerwissenschaftlichen Forschungsprojektes "CS:iDrop - Citizen Science: investigation of Drinking water of and by the public" ist es, gemeinsam mit Bürger:innen, Wissenschaftler:innen und kommunalen Partner:innen der Pilotregion Bochum zur Schließung dieser Forschungslücke beizutragen. Dabei bearbeiten sie unter anderem die Frage, ob für ausgewählte chemische Parameter Unterschiede zwischen Hausübergabestelle und Wasserhahn festgestellt werden können. Darüber hinaus können sich Bürger:innen durch die Beteiligung an regelmäßig stattfindenden Entwicklungs- und Evaluationsworkshops in das Projekt CS:iDrop einbringen. Durch den stetigen Austausch werden die beteiligten Bürgerforschenden aktiv in die Weiterentwicklung des Projekts eingebunden.
Bochumer Bürger:innen werden mit CS:iDrop® dazu aufgerufen, gemeinsam mit Wissenschaftler:innen und den kommunalen Partner:innen (siehe Projektpartner) ausgewählte chemische Parameter ihres Trinkwassers "auf dem letzten Meter" mit chemischen Methoden zu untersuchen und darüber zu kommunizieren.
Nähere Informationen zu CS:iDrop®
Das Forschungsprojekt beginnt zu Hause, am eigenen Wasserhahn: Die Bürger:innen nutzen die CS:iDrop-Waterbox und analysieren ihre daheim entnommene Wasserprobe mit einfachen chemischen Methoden direkt vor Ort selbst. Anschließend untersuchen sie gemeinsam mit Wissenschaftler:innen die identische Probe in einem Messlokal. Dabei analysieren sie weitere Parameter und arbeiten mit klassischen Labormethoden. Im letzten Schritt wird die Wasserprobe von Expert:innen in einem Labor analysiert. Die verschiedenen Messdaten werden auf der openSenseMap (eine Plattform für offene Sensordaten) eingetragen, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und können in gemeinsamen Veranstaltungen miteinander ausgetauscht und diskutiert werden.
CS:iDrop® wird zunächst am Standort Bochum aufgebaut und an einen weiteren Standort transferiert. Denn Fragen nach dem Trinkwasser sind überall präsent und die Erweiterung der Wissensbasis eine Gesellschafts- und Gemeinschaftsaufgabe.
Sie sind Bochumer*in und möchten an CS:iDrop® teilnehmen?
Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserem bürgerwissenschaftlichen Forschungsprojekt. Um an CS:iDrop® teilzunehmen, können Sie sich ab sofort hier bei uns anmelden.
Projekthomepage
www.csidrop.ruhr-uni-bochum.de
Projektkoordination
Kontakt:
Prof. Dr. Katrin Sommer
Lehrstuhl Didaktik der Chemie
Fakultät für Chemie und Biochemie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 23722
E-Mail: katrin.sommer@rub.de
Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Wirth
Lehr-Lernforschung, Geschäftsführung
Institut für Erziehungswissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 28728
E-Mail: lehrlernforschung@rub.de
Projektpartner
App-Entwicklung
re:edu - reengineering education (Ansprechpartner: Umut Taş)
Finanzierung
Das bürgerwissenschaftliche Projekt CS:iDrop® wird von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von bürgerwissenschaftlichen Vorhaben, vom 14. Oktober 2019, über 46 Monate (01.03.2021 - 31.12.2024) mit 600.000 Euro gefördert.
2024
2023
2022
2021